Düsseldorf. Das Einkaufszentrum Sevens mit ehemals sieben Shopping-Etagen an der Kö wurde komplett umgebaut. Ein Besuch auf der Baustelle.
Noch steht im Inneren ein Baugerüst, das vom Untergeschoss bis in die oberen Etagen reicht, aber lange soll es nicht mehr bleiben. Das Einkaufszentrum Sevens an der Düsseldorfer Königsallee 56 ist nach langem Umbau auf der Zielgeraden. „Wir sind im dritten Bauabschnitt, Mitte des Jahres soll alles fertig sein“, sagt Walter Wiese, Generalplaner des Sanierungsprojekts auf Düsseldorfs exklusiver Shopping-Meile. Dabei wurde das gesamte Konzept der einstigen Vertical Mall, also eines Einkaufszentrums, das sich auf sieben Etagen erstreckt, grundlegend geändert.
Im Jahr 2000 wurde das Sevens mit 19.000 qm Handelsfläche eröffnet. Der Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros RKW Rhode Kellermann Wawrowsky sollte ein komplett neues Einkaufserlebnis schaffen mit sieben Themenetagen – deshalb auch der Name Sevens. Das Konzept ging wie vielerorts nicht auf, die Kundenströme wurden von Etage zu Etage dünner. 2011 wurde dann das erste Mal umgebaut. Unter anderem wurde dabei ein Durchgang zur benachbarten Kö-Galerie geschaffen sowie die Rolltreppen neu angeordnet. Mit Saturn wurde ein neuer Ankermieter gefunden, der damals die Etagen eins bis fünf belegte. Im Erdgeschoss sind bis heute Boutiquen unter anderem von Philipp Plein, Chanel Schmuck oder Oui, im Untergeschoss gibt es einen Foodcourt.
Aber die Schwierigkeiten von Shoppingcentern blieben auch nach dem Umbau und so entschied sich der Eigentümer CBRE, das Sevens zu Teilen in eine Büroimmobilie umzunutzen. 2015 hatte das Unternehmen die Immobilie von einem Gemeinschaftsunternehmen der Centrum Holding um dem Düsseldorfer Entwickler Uwe Reppegather und der Signa-Gruppe von René Benko übernommen. Statt Einzelhandel über die kompletten sieben Geschosse ist nun ein Nutzungsmix mit Einzelhandel im unteren Bereich und Büros in den Etagen drei bis sechs entstanden.
Die Einzelhandelsflächen im ersten und zweiten Geschoss wurden saniert, die Arbeiten in den Stockwerken drei bis sechs sind mittlerweile weit fortgeschritten. „Eine der größten Herausforderungen war es, den kompletten Umbau bei laufendem Betrieb zu stemmen“, sagt Wiese beim Rundgang über die Baustelle. Das bedeutete vor allem auch, dass die Geschäfte der Einzelhändler weder durch Staub noch zu starken Baulärm belastet werden sollten. Dazu wurde eine große Staubschutzplane in der offenen Mitte der Mall eingezogen, die nun jedoch bald entfernt wird. „In einigen Bereichen musste immer auch mal wieder nachts gearbeitet werden“, so Wiese.
„Auch die Haustechnik wurde komplett modernisiert und räumlich verlagert“, erklärt Ulrike Müller, Projektleiterin bei Walter Wiese Architektur Consulting. Damit werde das Gebäude energieeffizienter und nachhaltiger. „Zudem wurde das gesamte Gebäude um ein Teilgeschoss aufgestockt, was zusätzliche Fläche von rund 800 qm bringt“, so Müller. Die Mitte der Büroetagen bildet ein offener Lichthof mit Glasdach, der für zusätzliches Tageslicht sorgt. Microshade-Fenster geben dagegen Sonnenschutz in den verglasten Büroetagen. Müller und Wiese zeigen beim Rundgang auch die neue Dachterrasse für die Mieter, die einen weitläufigen Blick über die Düsseldorfer Innenstadt bietet.
„Für den gesamten Bürobereich haben wir zudem einen neuen Eingang mit Foyer zur Steinstraße geschaffen“, sagt Generalplaner Wiese. Der erste Ankermieter ist bereits eingezogen. Die Krankenkasse AOK hat rund 3.300 qm im dritten und vierten Obergeschoss gemietet. Die Büros und die neue Zahnklinik wurden nach den Plänen des Kreativstudios Kplus-Konzept umgesetzt, das für die AOK ein Gesamtkonzept entworfen hat, das bereits mit Designpreisen ausgezeichnet wurde. So gibt es im Empfang eine Echtpflanzenwand, Bodenbelag in heller Holzoptik, offene Flächen, viel Holz und viel Grün. Weitere Mieter sollen dann bald folgen, so der Plan. Corinna Schulz
Aachener Zeitung, 12, März, 2026