Jeder kennt die imposanten Bauten von außen. Unsere Serie über die Gebäude der RWTH in Aachen verrät allerlei Details und Kurioses.
AACHEN Und weiter geht’s mit Runde zehn unserer Mini-Serie „Ab in die Studi-Zeit“: Wir stellen Ihnen, zusammen mit Anne-Julchen Bernhardt, Professorin für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens an der Fakultät für Architektur, in zehn Teilen die interessantesten Gebäude der RWTH Aachen vor, rund um das Hauptgebäude, das Herzstück der Uni, und liefern zusätzlich AACHEN Und weiter geht’s mit Runde zehn unserer Mini-Serie „Ab in die Studi-Zeit“: Wir stellen Ihnen, zusammen mit Anne-Julchen Bernhardt, Professorin für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens an der Fakultät für Architektur, in zehn Teilen die interessantesten Gebäude der RWTH Aachen vor, rund um das Hauptgebäude, das Herzstück der Uni, und liefern zusätzlich noch wissenswerte Fakten, kuriose Geschichten und völlig unnütze und überflüssige Details. Aber vorher kommt immer die Rubrik: Wussten Sie eigentlich …
…dass das IT-Center einen kuriosen Feiertag im akademischen Alltag begeht? Jeden zweiten Montag im September findet der „Tausche-mit-Deinem-Chef-Tag“ statt. Was zunächst wie ein wahr gewordener Traum klingt – einmal Chefin oder Chef sein, einmal den Spieß umdrehen, das wär’s doch! – ist weniger als lustiges Spiel, sondern viel mehr als ein nötiges Eintauchen in die Perspektive des jeweils anderen gedacht. Auf diese Weise können sowohl Chef als auch Mitarbeitende ein neues Verständnis für das Handeln des jeweils anderen aufbringen. Das Gehalt wird, unseres Wissens nach, aber nicht getauscht.
Werkstoffkunde: Neben dem Reiff-Museum ist dieses Haus aus dem Jahr 1960 das Lieblingsgebäude von Anne-Julchen Bernhardt. „Es hat eine der schönsten Fassaden, die ich kenne“, schwärmt die Professorin für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens. Metall, und zwar kein olles Wellblech, sondern feinster gefalteter, schimmernder Edelstahl und ein farbiges Mosaik (Ludwig Schaffrath), das eine künstlerische Umsetzung von „Mikroskopaufnahmen an Titan in polarisiertem Licht […] mit etwa 14.000-fachen Vergrößerung“ darstellt, prägen die Optik des Instituts für Werkstoffanwendungen im Maschinenbau – so lautet die offizielle Bezeichnung. „Und die Edelstahlverkleidung ist immer noch in einem 1a-Zustand“, betont die Professorin. Kein Wunder, dass der kubische Bau mit der Adresse Augustinerbach 4 als architektonisches Highlight der späten 1950er Jahre gilt. Das Institut wurde übrigens auch, wie so viele andere, von der Staatlichen Bauleitung der TH Aachen und ihrem Vorstand Karl Schlüter (1907 bis 1993) entworfen und errichtet. Im Inneren geht es – überraschend für einen technischen Fachbereich – nicht weniger künstlerisch weiter: Eine aufwändig gestaltete Wendeltreppe im Zwei-Ebenen-Foyer windet sich spiralförmig um einen roten Betonhalbkreis, gespickt mit Glasbausteinen.
Laborhalle versperrt den Blick
Im verlegten Fußboden sind die Farben des äußerenMosaiks wiederzufinden. Schade, dass dieses bemerkenswerte Objekt von der Straße oft übersehen wird, nicht zuletzt durch die unscheinbare Laborhalle, die den Blick versperrt. „Denn das ist wirklich ‚Kunst am Bau‘“, findet Architektur- Professorin Anne-Julchen Bernhardt.
VON SABINE KROY
Aachener Zeitung, 14, Januar, 2025
